Dreiteilige Ausstellung zum Aufbruch der Fotografie

"Werkstatt für Photographie 1976 - 1986" in Berlin, Essen, Hannover

Das C/O Berlin, das Museum Folkwang, Essen und das Sprengel Museum Hannover realisieren zeitgleich ein städteübergreifendes Ausstellungsprojekt. Ausgehend von der Berliner Werkstatt für Photographie entdeckt die Ausstellung ein wichtiges Kapitel der deutschen Geschichte für Fotografie neu - jenseits der Erfolgsgeschichte der Düsseldorfer Schule.

1976 gründete der Berliner Fotograf Michael Schmidt die Werkstatt für Photographie an der Volkshochschule Berlin-Kreuzberg. Mitten im Kalten Krieg startete die am Checkpoint Charlie gelegene, neu gegründete Werkstatt eine künstlerische "Luftbrücke" in Richtung USA, ein demokratisches Experimentierfeld jenseits traditioneller Ausbildung und politisch-institutioneller Vorgaben. Aus diesem freien Dialog zwischen anerkannten Fotografen und Amateuren, zwischen konzeptuellen Ansätzen und dokumentarischen Narrationen, zwischen technischer Vermittlung und inhaltlicher Kritik entstand eine spezielle künstlerische Haltung, die mit ihrem direkten Zugang zur Wirklichkeit für viele Fotografen über lange Zeit stilprägend wurde. Ihr programmatischer Fokus auf zeitgenössische Fotografie war einzigartig und führte bereits früh zu einem tiefgehenden Verständnis des Mediums als eigenständige Kunstform. Die Werkstatt für Photographie erlangte mit intensiver Vermittlungsarbeit durch Ausstellungen, Workshops, Vorträge, Bildbesprechungen, Diskussionen und spezialisierten Kursen allerhöchstes internationales Niveau.

Anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Werkstatt für Photographie präsentieren C/O Berlin, Museum Folkwang, Essen und Sprengel Museum Hannover ein gemeinsames Ausstellungsprojekt, das in drei Stationen erstmals die Geschichte, Einflüsse und Auswirkungen dieser Institution und ihrer Akteure beschreibt. Darüber hinaus skizzieren die drei Stationen die Situation eines Mediums im Aufbruch, welches - ermutigt durch das Selbstbewusstsein der amerikanischen Fotografie - auf die eigenständige künstlerische Autorschaft setzt. Die Ausstellungen entwerfen somit ein lebendiges, multiperspektivisches Bild der Fotografie der 1970er und 1980er Jahre, das die Geschichte der westdeutschen Fotografie jener Zeit um ein weiteres Kapitel neben der Düsseldorfer Schule ergänzt.
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